Foodsharing in Forchheim

Am 2. Mai war der symbolische Tag der Lebensmittelverschwendung. WWF (World Wildlife Fund)-Berechnungen zufolge, werden in Deutschland pro Jahr rund 18 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet. Das entspricht fast einem Drittel des aktuellen Nahrungsmittelverbrauchs der Bundesrepublik Deutschland. Eine Bewegung namens „Foodsharing“ versucht, diesem Problem entgegen zu wirken. Wir haben uns gefragt: Was ist Foodsharing eigentlich? Und: Kann das auch in Forchheim funktionieren?

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Was ist Foodsharing?

  • Foodsharing (dt. „Essen/Lebensmittel teilen) ist eine Bewegung, die dem Motto „Restlos glücklich“ folgt.
  • Ziel ist es, überschüssige Lebensmittel zu verteilen, statt sie wegzuwerfen.
  • Der Verein Foodsharing e.V. startete die Initiative im Dezember 2012 in Deutschland und im Mai 2013 in Österreich.
  • Privatpersonen, Händler und Produzenten sollen ihre Lebensmittel online kostenlos anbieten.
  • Im Gegensatz zu Organisationen wie der „Tafel“, werden beim Foodsharing auch Lebensmittel angeboten, die das Mindesthaltbarkeitsdatum zwar schon überschritten haben, aber noch bedenkenlos verzehrt werden können.

Kann das auch in Forchheim funktionieren?

Die Recherche hat gezeigt: Ja!
Wenn es um Bewegungen, Aktionen oder Engagement geht, ist Facebook eine der ersten Anlaufstellen. Hier gibt es für so gut wie jedes Thema eine entsprechende Gruppe. So auch für Foodsharing. Die Gruppe „Foodsharing Forchheim“ wurde zwar Anfang 2014 erstellt, ist dann aber recht schnell eingeschlafen. Auf die Frage nach Foodsharing, die Schau fei  in der Gruppe „Wo gibts was rund um Forchheim“ stellte, bekamen wir große Resonanz. Es zeigte sich, dass sich viele Forchheimer für das Thema Foodsharing interessieren. Und so entstand prompt eine neue Gruppe namens „Foodsharing Forchheim & Umgebung“, die in den ersten Tagen knapp 160 Mitglieder verzeichnete (Stand: 2. Mai 2016). Mittlerweile sind es über 250 (Stand: 13. Mai 2016) und die Gruppe wächst weiter. Der Austausch ist bereits in vollem Gange: Von Torten über Tee bis hin zu Kaffeepulver und Grillgut wird alles getauscht bzw. verschenkt, was nicht im Mülleimer enden soll. Aber auch Verwertungsmöglichkeiten und Rezepte für Übriggebliebenes werden ausgetauscht. Die Beweggründe der Mitglieder sind verschieden: Die einen wollen der Wegwerf-Gesellschaft ein Ende machen, die immense Auswahl an Lebensmitteln neu zu schätzen lernen, einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln erwirken oder den Respekt vor landwirtschaftlicher Arbeit betonen. Andere stellen ihre Ernährung um und wollen „verbotene“ Lebensmittel nicht in die Tonne werfen. Auch der Gedanke, anderen Menschen etwas Gutes zu tun, ist präsent.
Es entstehen im Austausch zudem Ideen, die den Community-Charakter noch mehr stärken: ein gemeinsamer Kochabend, zu dem jeder übrig gebliebene Lebensmittel mitbringt, aus denen man dann gemeinsam etwas Neues zaubert, zum Beispiel.


Wir jedenfalls finden es toll, dass die Forchheimer die Initiative ergriffen und Foodsharing für unsere Stadt ins Leben gerufen haben. Wir sind sicher, dass die Gruppe weiter wachsen wird!