Hoffnung auf eine zweite Chance

Ferienzeit in Bayern. Was die meisten mit tollen Urlauben und viel freier Zeit verbinden, ist für die Mitarbeiter im Forchheimer Tierheim im Normalfall mit Stress verbunden. Denn wenn es in die Ferien geht, ist ein Haustier für manche Menschen ein Klotz am Bein, den sie kurzerhand im Tierheim abliefern. Derzeit ist die Zahl der herrenlosen Tiere in Forchheim zwar überschaubar – doch das kann sich schnell ändern.

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Dusty ist einer von derzeit 8 Hunden im Forchheimer Tierheim. Er ist schon älter, hat bei seinen vorigen Besitzern schlechte Erfahrungen gemacht und muss deshalb zu erfahrenen Menschen – keine idealen Voraussetzungen für eine Vermittlung.

Gut 50 Tiere warten momentan im Forchheimer Tierheim auf ein neues Zuhause – wenig für diese Jahreszeit. Nur 17 Katzen streunen durch die Freihgehege; in den Vorjahren waren es locker doppelt so viele. Dank der Kastrations-Initiative, die die Tierheim-Leiterin Christine Schneider-Knapp im Landkreis gestartet hat, ist die Zahl der herrenlosen Katzen zurückgegangen.

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Der verspielte Maddox ist ein junger Kater, der gefunden wurde. Vielleicht vermisst ihn jemand und er kann das Tierheim bald wieder verlassen.

Die Gründe, warum Menschen ihre Tiere ins Tierheim bringen, sind unterschiedlich, weiß Carolin Hanko, die sich um die Vierbeiner im Tierheim kümmert:

Gerade bei Hunden ist es oft der Zeitmangel. Die Menschen unterschätzen bei der Anschaffung einfach den Aufwand und die Verantwortung, den so ein Tier mit sich bringt.

Plötzliche Allergien, Trennungen, Wohnortwechsel oder ungeplante Vermehrung gerade bei Kleintieren werden auch häufig als Gründe genannt. Ob die Geschichten, die die Tierheim-Mitarbeiter zu hören bekommen, auch tatsächlich stimmen, ist wieder eine andere Frage.

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Im Forchheimer Tierheim wohnen derzeit 3 Meerschweinchen-Mütter mit ihren Jungen.

Viele Tiere müssen die Mitarbeiter auch aus schlechten Haltungsbedingungen befreien – so wie kürzlich 147 Meerschweinchen, die in einem Haushalt lebten. Acht von ihnen warten im Forchheimer Tierheim auf ein neues Zuhause. Kleine süße Meerschweinchenbabys lassen sich in der Regel leicht vermitteln. Ausgewachsene Hunde, die schlechte Erfahrungen gemacht haben und deswegen nur zu erfahrenen Hundehaltern ziehen können, haben es da deutlich schwerer.Carolin Hanko stimmt das traurig:

Bei einigen Fällen, die schon seit 6 oder mehr Jahren bei uns sind, habe ich die Hoffnung schon lange aufgegeben.

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DIe Mischlingshündin Maxi ist noch keine drei Jahre alt. Sie ist freundlich, geht toll an der Leine und findet hoffentlich schnell ein neues Zuhause.

Diese Hunde sind aber nicht die einzigen Sorgenkinder. Ein Wurf Katzenbabys bereitet den Mitarbeitern schalflose Nächte. Sie sind krank und stehen unter Quarantäne. Ob sie durchkommen werden, ist unklar. Die Kaninchen Emil und Erich sitzen auch schon einige Zeit im Tierheim. Wegen ihrer Handicaps, sind sie schwerer zu vermitteln, als junge, gesunde Tiere.

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Emil und Erich sind Kumpels. Doch der eine ist anfällig für Schnupfen und der andere hat aufgrund einer Viruserkrankung Probleme mit der Orientierung und läuft deshalb oft im Kreis. Einige Menschen stößt das ab. Dabei wollen die beiden doch nur ein liebevolles Zuhause, wo sie es warum und kuschelig haben.

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Die Meerschweinchenbabys sind erst vor wenigen Wochen auf die Welt gekommen. Bis sie 8 Wochen alt sind, bleiben sie bei ihren Müttern – erst dann können sie vermittelt werden.

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Der Chinchilla Mogli ist neugierig und handzahm. Er wartet zusammen mit 8 Hunden, 17 Katzen, 8 Meerschweinchen, 8 Kaninchen, 7 Vögeln und einem Hahn auf eine zweite Chance.

Ein Tier bei sich zu Hause aufzunehmen – egal ob aus dem Tierheim oder nicht – ist eine Entscheidung, die man nicht leichtfertig treffen sollte. Nur wer wirklich genügend Zeit, Geld und Geduld aufbringen kann, sollte über diesen Schritt nachdenken. Doch für diejenigen, die gerne möchten, aber nicht können, gibt es andere Möglichkeiten: Das Tierheim freut sich immer über finanzielle Unterstützung, Sachspenden oder ehrenamtliche Helfer. Wer gerne an der frischen Luft ist, kann Montag, Mittwoch, Freitag und Samstag zwischen 14 Uhr und 16.30 Uhr mit einem Tierheim-Hund Gassi gehen. Das Schau fei Team hat eine Runde mit dem süßen Chester gedreht. Gutes tun kann so einfach sein – der Blick in seinen Augen verrät es:

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Der Beagle Chester lebte bei einem älteren Herren, der ihn stets fütterte, aber das Gassigehen vernachlässigte. Deswegen hat er noch ein paar Pfund zu viel auf den Rippen, die er aber fleißig abtrainiert. Obwohl er schon 9 Jahre alt ist, ist er putzmunter und freut sich über neue Besitzer, die gerne mit ihm an der frischen Luft sind.