Der Schau fei Roadtrip: Die Vorbereitungen

Schau fei Redakteurin Sabrina wagt sich raus aus der Komfortzone, raus aus Forchheim, aus Bayern, aus Deutschland, aus Europa. Sie reist zwei Monate lang mit einem Campervan durch Australien und Neuseeland. So eine lange Reise muss natürlich gut vorbereitet und vor allem bestens geplant sein. Oder?

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Das Reiseziel
Klar: Der erste Schritt auf dem Weg zu einer längeren Reise ist, sich über das jeweilige Land zu informieren. Der Klassiker Reiseführer kann dabei genau so hilfreich sein wie Reiseblogs im Internet. Die Gefahr ist nur, vom Hundertsten ins Tausendste zu kommen und am Ende eine meterlange Liste mit viel zu vielen Empfehlungen zu haben (und dabei seltsamerweise immer noch das Gefühl zu haben, das Wichtigste noch gar nicht entdeckt zu haben). Deshalb: Unseren guten Freund Google sparsam verwenden und die ganze Recherche eher als Inspiration sehen, statt alles machen zu wollen, was andere auch schon erlebt haben. Auch immer eine gute Idee: Erfahrungsberichte von anderen Weltreisenden einholen (einige von ihnen erzählen in den nächsten Wochen auf Schau fei von ihren Erlebnissen!). Nun sind Neuseeland und Australien ja westlich geprägte Länder, weshalb sich der Kulturschock in Grenzen halten dürfte. Dennoch sollte man sich mit den örtlichen Gepflogenheiten vertraut machen, die Zeitzonen und Verkehrsregeln (Linksverkehr!) kennen und wissen, dass die Jahreszeiten zu denen in Deutschland genau entgegengesetzt sind.

Reiseführer

Reiseführer gibt es ja wie Sand am Meer und jeder hat da seine speziellen Vorlieben – oder verzichtet komplett darauf. Den Fettnäpfchenreiseführer kann ich aber wirklich empfehlen, denn er enthält viele Tipps und Tricks rund um die örtlichen Traditionen und Gepflogenheiten, verpackt in eine amüsante Geschichte.

Das Pflichtprogramm
Natürlich gibt es einige Dinge, die man vor so einer Fernreise organisieren muss und um die man nicht drumrum kommt. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Flüge buchen
  • Reisepass
  • Internationaler Führerschein
  • Kreditkarte/Bargeld

Jeder geht bei diesen Punkten etwas anders vor. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man Führerschein (Führerscheinstelle) und Reisepass (Einwohnermeldeamt) einige Monate vorher beantragt und auch die Flüge so früh wie möglich bucht. Dann kann man unter Umständen einige Schnäppchen finden. Auch um ein Touristenvisum muss man sich kümmern, das kann man online beantragen oder jemanden im Reisebüro bitten. Mit einer Kreditkarte kann man in Australien und Neuseeland fast überall bezahlen, weshalb wir nur wenig Bargeld mitnehmen. Überhaupt wechseln wir erst von Euro in Australische und Neuseeländische Dollar, wenn wir vor Ort sind. Kopien von allen wichtigen Dokumenten habe ich mir auch gemacht. Wer von unterwegs ganz klassisch eine Postkarte verschicken will (ja, manche Menschen machen das), der sollte sich natürlich die wichtigsten Adressen notieren.

Die Kür
Großes Thema: Das Gepäck. Da wird es direkt tricky, denn von Deutschland nach Australien darf unser Koffer 30kg wiegen, doch wenn wir von Australien nach Neuseeland weiterreisen nur 23kg. Das gilt es also von vornherein einzuplanen! Sich erst einmal für den richtigen Rucksack und Koffer zu entscheiden, war gar nicht so leicht. Ich habe mir einen ordentlichen Rucksack zugelegt und eine gute Beratung war dabei Gold wert.

Die Packliste ist der nächste wichtige Punkt. Auf was kann ich (nicht) verzichten? Was muss in den Koffer, was ins Handgepäck?

Ins Handgepäck kommen alle Wertgegenstände wie Smartphone und Kamera sowie Geldbeutel und Reisedokumente. Ein paar Wechselklamotten und Hygienartikel müssen auch mit – schließlich will man sich zwischendurch mal frisch machen. Außerdem besteht immer die Gefahr, dass der Koffer auf der Reise verloren geht und dann werde ich dankbar sein, ein paar Wechselklamotten eingepackt zu haben. Auch die Reiseapotheke kommt ins Handgepäck. Dazu gehören Tabletten gegen Reiseübelkeit, Fieber, Schmerzen, Durchfall, Insektenschutzmittel, Wund- und Heilsalbe. In den Koffer kommen weitere Klamotten (erst ein paar Sachen rauslegen und dann gut die Hälfte wieder zurück in den Schrank räumen – kill your darlings, ladies!), Schuhe, weitere Hygieneartikel und Handtücher. Dann erst kommen die Schmankerl, wie Bücher (einfacher geht’s mit einem E-Reader) oder Schmuck (besser weglassen).

Reisetagebuch

Was auf jeden Fall mitkommt, ist ein Reisetagebuch, in dem ich alles festhalten kann, was ich in Australien und Neuseeland erlebe. Ich mag es, Dinge per Hand aufzuschreiben, da bin ich ein bisschen oldschool. Außerdem enthält dieses Exemplar super viele Ideen und Anregungen für besondere Einträge.

Warum ich keine Pläne mache
Das klingt jetzt nach ganz schön viel Aufwand. Was ich aber gelernt habe, in all den Jahren, die ich durch die Weltgeschichte reise: Man kommt mit wenigen Dingen aus. Und: Auch ohne Plan erlebt man was. Deshalb habe ich beschlossen, mich diesmal treiben zu lassen – gerade auf einer Reise, auf der man wirklich viel Zeit hat, Orte zu entdecken. Ich muss nicht von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit hetzen. Umso mehr schätze ich die Unabhängigkeit, die uns der Campervan bietet. Wenn es uns irgendwo gefällt, bleiben wir stehen, übernachten vielleicht. Und dann fahren wir weiter, wann und wohin es uns gefällt. So muss sich Freiheit anfühlen. Doch sich von einem „ich muss“ zu lösen und sich einem „ich kann, wenn ich will“ zuzuwenden, erfordert auch Mut.