Irgendwas mit Medien: Gamedesign

Irgendwas mit Medien – das ist ein Berufsziel, das viele junge Menschen haben. Doch was es genau werden soll, darüber sind sich die meisten unsicher. Ausbildung oder Studium? FH oder Uni? Volontariat ja oder nein? Wir stellen euch im Rahmen unserer Serie „Irgendwas mit Medien“ junge Forchheimer vor, die in der Medienbranche tätig sind. Sie verraten, worauf es ankommt, welche Ziele sie haben und ob ihre Entscheidung für die Medienbranche richtig war: Andre Gareis (25) hat seinen Bachelor in Design an der Hochschule in Nürnberg gemacht. Sein Spezialgebiet: Gamedesign.

andre-4

Andre Gareis (25) aus Buckenhofen, Bachelor Kommunikationsdesign

Den ganzen Tag Spiele entwickeln – das klingt nach einem Traum für jeden Gamer! Doch so simpel lässt sich der Beruf des Gamedesigners nicht verwirklichen. Andre hat schon früh Spaß daran gefunden, sich Spiele auszudenken. Nach dem Abitur wollte er irgendwas in diese Richtung studieren und entschied sich deshalb für den Studiengang „Design“ an der Ohm in Nürnberg. Denn einen echten Studiengang für Gamedesign gibt es außer in Berlin kaum. Doch seine Bewerbungsmappe wird abgelehnt. Zum nächsten Semester bewirbt er sich wieder, und wird wieder abgelehnt. Andre dachte schon daran aufzugeben und sich nach etwas anderem umzuschauen. Aber aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei:

Man darf sich dreimal bewerben, also habe ich einfach noch ein drittes Mal eine fast identische Mappe wie schon zuvor eingeschickt und bin dann überraschenderweise zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden.

Das Vorstellungsgespräch schien wohl nicht so schlecht gelaufen zu sein, denn Andre bekommt einen der begehrten 50 Studienplätze. Er besucht fortan Kurse aus den Themenbereichen des Film, der Illustration, des Casts oder der Fotografie. Die technischen Programmierfähigkeiten lernt er dabei zu seinem Leidwesen kaum, vielmehr darf er sich an Werbespots, Werbevideos oder Apps üben. Das Prgrammieren von Spielen bringt er sich nebenbei selbst bei.

andre-3

Ein Semester absolvierte Andre schließlich ein Praktikum in der Kölner Gamedesign Firma „Bright Future“. Auch wenn er hier hauptsächlich in der Grafikabteilung arbeitete, weiß er ab diesem Moment: Gamedesign ist genau die Branche, in der er arbeiten will.

Für seine Bachelorarbeit hat er dann ein eigenes Spiel mit dem Titel „Hero of Hellfire“ entwickelt. Ein Junge wird dabei von Aliens entführt und wird gezwungen an einer galaktischen Gameshow teilzunehmen. Der Spieler übernimmt so die Kontrolle über die Teilnehmer und muss Aufgaben und Rätsel lösen, hat sogar Dialogoptionen. Von der Spielidee über das Grafikdesign bis hin zu den Soundeffekten hat Andre alles selbst designed. Auch die Story und die Rätsel hat er sich selbst ausgedacht und eingesprochen, manchmal mussten auch Freunde von ihm herhalten.

Das schwierigste dabei ist, tatsächlich dabei zu bleiben. Ich habe an meinem Spiel ein Jahr gearbeitet und habe gerade einmal 1 Level komplett fertig gestaltet und die Ideen für die nächsten Level entwickelt. Dabei habe ich aber ständig neue Ideen für weitere Projekte und muss mich dann zurückhalten, nicht einfach in ein neues Projekt einzusteigen, und am alten Projekt weiterzuarbeiten und festzuhalten.

Hero of Hellfire

Hero of Hellfire (Bilder privat)

3

2

1

Im Moment ist Andre in der Bewerbungsphase und auf der Suche nach geeigneten Arbeitgeber, was in unserer Gegend aber nicht das einfachste ist. Aber für die fernere Zukunft hat er schon einen Plan:

Ich möchte ungern nur der Grafiker in einer großen Firma sein. Irgendwann ist es schon mein Ziel, mich mit einem kleinen Team selbstständig zu machen und eine eigenes Game-Unternehmen zu gründen.