Irgendwas mit Medien: Fotografie bei Nacht

Irgendwas mit Medien – das ist ein Berufsziel, das viele junge Menschen haben. Doch was es genau werden soll, darüber sind sich die meisten unsicher. Ausbildung oder Studium? FH oder Uni? Oder einfach machen? Wir stellen euch im Rahmen unserer Serie „Irgendwas mit Medien“ Forchheimer vor, die in der Medienbranche tätig sind. Sie verraten, worauf es ankommt und welche Ziele sie haben.

Fabian Abbe (39) aus Heroldsbach: Künstlerischer Hobbyfotograf

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Schaut aus wie vom Mars, dabei ist es „nur“ ausgeleuchteter Schrott … Alle Bilder dieses Beitrages sind privat.

Bis zu 30 Taschenlampen, Knicklichter, Wunderkerzen oder Räucherstäbchen – diese Materialien gehören ebenso zu Fabian Abbes Standardausrüstung, wie seine Kamera selbst. Der Heroldsbacher, der auch schon als Pressefotograf und Programmierer gearbeitet hat, fotografiert am liebsten in der Nacht und schafft es mit seinen Lichteffekten fast außerirdisch schöne Effekte in der Natur einzufangen und zu untermalen.

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Ich habe ein gutes technisches Verständnis und wollte das mit einem künstlerischen Aspekt verbinden. Meine erste Kamera wollte ich damals direkt ausprobieren. Weil es aber Winter und nach Feierabend immer schon dunkel war, habe ich mich einfach in der Nacht ausprobiert.

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Fabian hat Feuer gefangen und arbeitet sich autodidaktisch in die Finessen der Nachtfotografie ein: Mehrfachbelichtungen, Langzeitbelichtungen oder auch sogenannte „Light Paintings“. Dafür läuft er in dunkler Kleidung nach fester Choreografie und mit einer Lichtquelle in der Hand durch das Bild und schafft so ein Art digitales Gemälde. Das Besondere dabei:

Ich habe den sportlichen Ehrgeiz entwickelt, alle meine Fotografien ohne digitale Nachbearbeitung zu gestalten. Dafür muss ich alles gut überlegt und vorbereitet angehen. Für meine Fotografien brauche ich deshalb bis zu zwei Stunden.

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Weil Fabian statische Motive braucht, zeigen seine Bilder meist die Forchheimer Natur oder ganz Alltägliches, oft auch marode oder kaputte Gegenstände, in einem ganz neuen Licht. Manchmal braucht er dafür nicht mehr als Taschenlampen oder bunte Farbfolien aus dem 1-Euro-Laden. Es entstehen Serien unter dem Titel „Mission to Mars“ oder „Moving Lights“.

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Roboter auf Mission zum Mars?

Wenn ich den Kamerarucksack auf dem Rücken habe, dann entwickle ich einen ganz anderen Blick auf die Welt, ich werde zum Jäger nach Motiven. Und manchmal habe ich für Dinge, an denen ich schon hundertmal vorbeigegangen bin, plötzlich eine spannende Idee.

So fand er an seiner Bushaltestelle eine leere Dose neben dem Mülleimer stehen. Er entfernte den Boden, stülpte sie über sein Objektiv und fotografiert so ein drehendes Kinderkarussell, das er mit bunten Leuchtstäben ausstaffiert hatte. Zwar gibt es in Deutschland ein paar Fotografen, die sich in der „Light Art Performance Painting“ üben, aber in der Vielfalt der Techniken, wie Fabian die Fotografie in der Nacht betreibt, kennt der Heroldsbacher keinen.

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Eine Dose, ein Kinderkarusell und Knicklichter – So entstand dieses Bild.

Ich hatte im Februar 2015 eine Ausstellung mit meinen Bildern in den Rathaushallen, aber für mich ist das Fotografieren gedanklich ein Hobby., auch wenn ich ein Gewerbe angemeldet habe und auch gelegentlich eine Auftragsarbeit habe. Natürlich wäre es als Fernziel schön, wenn ich davon leben könnte, aber da mache ich mir keine Illusionen.

Wohl eine der wichtigsten Lehre, die wir aus Fabians Geschichte ziehen: Wenn dich etwas interessiert, dann mach‘ es doch einfach und probier‘ dich aus. Es muss nicht immer eine Studium sein, das Know-How kommt mit dem Ausprobieren …

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Willst du noch mehr über Fabian und seinem faszinierenden Blick auf die Forchheimer Nächte erfahren? Dann schaue dich doch mal auf seiner Website um! Dort findet ihr auch ein paar Tipps und technische Tricks zur Nachtfotografie.

www.fabianabbe.de

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Alle Bilder dieses Beitrages sind privat.