Highlights und Erkenntnisse – So war Neuseeland

Willkommen zu Teil II des Schau fei Roadtrips! Nach 4 Wochen in Australien ging es für einen weiteren Monat nach Neuseeland (übrigens das Land, das am weitesten von Deutschland entfernt ist). Wieder mit dem Campervan unterwegs, erkundete Schau fei Redakteurin Sabrina die beiden Inseln dieses fernen Landes. Lest hier, was sie auf ihrer Reise alles gesehen hat und warum ein Erdbeben ihr beinahe einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte.

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Mit unserem coolen Gefährt namens „Water Boy“ erkundeten wir Neuseeland. Jeder Van, den der Autoverleih vermietet, ist anders lackiert.

Neuseeland. Weiter weg von Daheim, von good old Forchheim geht nicht. Am anderen Ende der Welt stiegen wir erneut in einen Campervan, um uns auf eine Erkundungstour über beide Inseln zu machen. Und gleich am ersten Tag griff das Schicksal ein: Eigentlich wollten wir uns von Christchurch an der Ostküste der Südinsel zuerst Richtung Süden aufmachen, dann die Westküste entlang und über den Norden wieder Richtung Christchurch reisen. Hätten wir unseren Plan durchgezogen, wären wir wahrscheinlich genau zu der Zeit (Mitte November) im Ballungsraum Christchurch gewesen, zu der das Erdbeben passierte. Doch der Leiter des Bed & Breakfast riet uns, an diesem ersten, sonnigen Tag zuerst Richtung Norden nach Kaikoura zu fahren, was wir dann auch taten. Der kleine, bei Touristen sehr beliebte Küstenort Kaikoura war nach dem Erdbeben von der Außenwelt abgeschnitten; Menschen wurden teilweise mit Booten und Hubschraubern evakuiert.

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Ruhe vor dem Sturm: Knapp 2 Wochen vor dem Erdbeben besuchten wir den kleinen Küstenort Kaikoura, dessen Zufahrtsstraßen nach dem Beben fast komplett zerstört waren.

Doch von dem Erdbeben selbst haben wir zunächst gar nichts mitbekommen. Es war mitten in der Nacht, als uns Nachrichten von besorgten Freunden und Familienmitgliedern aus Deutschland erreichten. Wir befanden uns gerade im Süden der Südinsel und spürten rein gar nichts von dem Beben. Erst später, als wir im Norden der Südinsel die Fähre zur Nordinsel nehmen wollten (die wir aufgrund der zusammengebrochenen Infrastruktur dort erst zu einem späteren Zeitpunkt als geplant buchen konnten), sahen wir einige Ausmaße des Bebens, wie aufgebrochene Straßen. Wir können von Glück reden, dass wir von dem Beben verschont wurden und unsere Reise nahezu ohne Probleme fortsetzen konnten.

Wir machten zuerst die Südinsel unsicher, die meiner Meinung nach an vielen Stellen Ähnlichkeiten zu Irland, Norwegen und dem Allgäu aufweist: tolle Fjorde, grüne Wiesen, beeindruckende Bergpanoramen. Das Land mit dem Auto zu „erfahren“, war die beste Möglichkeit – so waren wir flexibel und unabhängig.

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Mit über 200 Regentagen ist die Gegend um den Fjord „Milford Sound“ eine der regenreichsten Regionen der Erde. Wir hatten Glück und haben für unsere Schiffstour einen sonnigen Tag erwischt und konnten so die ganze Pracht dieses Fjords sehen.

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Keine giftigen Schlangen, Spinnen oder sonstige Tierwesen, vor denen man sich fürchten muss: Die Tierwelt Neuseelands ist im Gegensatz zu der in Australien recht unspektakulär. Die vielen Robben waren natürlich trotzdem extrem putzig und sogar Pinguine haben wir gesehen. Auch den seltenen, vom Aussterben bedrohten und flugunfähigen Kiwi haben wir besucht – allerdings in einer Pflegestation. Weil der Vogel nachtaktiv ist und in einem abgedunkelten Raum lebte, waren Fotos leider verboten.

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Der Kea ist eine Papageienart und lebt in den Bergen Neuseelands. Diese Vögel sind ziemlich neugierig und haben absolut keine Scheu vor Menschen. Man muss allerdings aufpassen: Sie knabbern wirklich alles an, was ihnen in den Schnabel kommt!

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Der Franz Josef Gletscher ist ebenfalls eine beliebte Touristenattraktion und durfte auf unserer Reise natürlich nicht fehlen. Er ist in den letzten Jahren allerdings um ein ganzes Stück zurückgegangen. Man kann eine Wanderung zu den Ausläufern des Gletschers machen (so wie wir) oder für mehrere Hundert Dollar über die Berge fliegen und sich das Ganze von oben ansehen.

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Die Natur Neuseelands hat wirklich etwas Magisches: Das Meer ist unfassbar blau, fast grün und die Strände haben die unterschiedlichsten Sandfarben. Zum Schwimmen war es allerdings noch etwas zu frisch.

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In diesen kleinen Vintage-/Second-Hand-Laden in dem Mini-Städtchen Murchison habe ich mich auf Anhieb verliebt.

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Die Überfahrt von der Süd- zur Nordinsel dauert ca. 3,5 Stunden – die bei so einem Wetter wie im Flug vergehen.

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Das absolute Highlight meiner Neuseeland-Reise lässt sich mit nur 3 Worten beschreiben: Tongariro Alpine Crossing! Diese einmalige, 19 Kilometer lange Wanderung über Vulkangestein, vorbei an türkisen Schwefelseen und Herr-der-Ringe-Kulissen hat mich sprachlos gemacht.

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Mehr muss man dazu nicht sagen, oder?

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Natürlich wollten wir auch etwas über die Kultur der Maori, den Ureinwohnern Neuseeland, lernen. Zunächst führte uns ein Einheimischer durch sein Dorf und erzählte uns, was die Kultur dieses Volkes ausmacht und wie sie heute leben (wie fast überall in Neuseeland ist die Arbeitslosigkeit sehr hoch und die wenigen Jobs, die es gibt, sind meist schlecht bezahlt). Danach ging es in ein zweites Dorf, das sich mehr mit den Wurzeln der Maori beschäftigte. Lieder und Tänze wurden aufgeführt, es gab eine Mahlzeit, die im traditionellen Erdofen zubereitet wurde und am Ende gingen wir auf eine Glühwürmchen-Nachtwanderung.

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Noch so eine Sache, die einen erstmal sprachlos macht: Das Wai-O-Tapu Thermal Wonderland. In der Gegend rund um Rotorua auf der Nordinsel Neuseelands herrscht eine hohe geothermische Aktivität. Dieses Thermalgebiet ist vor über 160.000 Jahren entstanden. Der Lady-Knox-Geysir wird jeden Morgen um die gleiche Zeit für die Besucher zum Ausbruch gebracht.

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Neuseeland ist Herr-der-Ringe-Land: Der neuseeländische Regisseur Peter Jackson hat seinen Landsleuten einen großen Gefallen getan, als er seine Herr der Ringe- und Hobbit-Trilogien in Neuseeland produzierte. Das hat dem Tourismus, von dem schätzungsweise jede zehnte Arbeitsstelle abhängt, nochmals einen Aufschwung verliehen. Ein Besuch am Hobbiton Movie Set durfte auf dieser Reise natürlich nicht fehlen. Und ich muss sagen, selbst für Nicht-Herr-der-Ringe-Fans wie mich, hat sich der Besuch und Blick hinter die Kulissen gelohnt.

Neuseeland war definitv einen Besuch wert und ich bin froh, so viel Zeit gehabt zu haben, um das Land kennen zu lernen. Vier Wochen sind meiner Meinung nach ideal, sechs vielleicht noch besser, weil man dann flexibler ist, wenn das Wetter doch mal schlecht ist (und das war im November, also im neuseeländischen Frühsommer, leider einige Male der Fall). Ich muss aber auch ehrlich sagen, dass man gerade als Tourist in Neuseeland häufig das Gefühl hat, um jeden Dollar erleichtert zu werden, den man hat. Zahlt man schon einen stolzen Preis, um mit seinem Wagen am Campingplatz zu übernachten (Wildcampen kostet 200 Dollar Strafe), muss man fast immer zusätzlich für Internetzugang bezahlen (was man ja gerade noch verstehen kann), aber in einigen Fällen auch noch extra für eine warme Dusche. Der Sprit ist gerade um die touristischen Hotspots herum extrem teuer. Doch Neuseeland ist ja kein Land, dass man mal schnell besucht – deswegen ist es okay, sich dafür Zeit zu nehmen und vorher einen ordentlichen Haufen Geld anzusparen (man kann natürlich überall sparen, aber einen Urlaub möchte man ja auch genießen können). Neuseeland hat definitiv Dinge zu bieten, die man selten auf der Welt findet und ich kann verstehen, warum so viele Menschen so begeistert von diesem Land sind.