Irgendwas mit Medien: Crossmedia Volontariat

Irgendwas mit Medien – das ist ein Berufsziel, das viele junge Menschen haben. Doch was es genau werden soll, darüber sind sich die meisten unsicher. Ausbildung oder Studium? FH oder Uni? Volontariat ja oder nein? Wir stellen euch im Rahmen unserer Serie „Irgendwas mit Medien“ junge Forchheimer vor, die in der Medienbranche tätig sind. Sie verraten, worauf es ankommt, welche Ziele sie haben und ob ihre Entscheidung richtig war.

Barbara Zinecker (28): Crossmedia Volontariat bei den Nordbayerischen Nachrichten

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Warum hast du dich für ein Volo bei den NN entschieden?

Einer meiner Jobs hat zum nächsten geführt und meine Bachelorarbeit über Lokalzeitungen und soziale Medien irgendwann dann zu einem Volo. Im Nachhinein würde ich sagen: gut gelaufen. Als Journalistin zu arbeiten, finde ich sehr spannend.

Warum wolltest du ins Lokale und welche Verbindung hast du zum Raum Nürnberg?

Ich bin gebürtige Nürnbergerin und finde es wunderbar, eine Zeitung für und über eine Region zu machen, die ich gut kenne und sehr mag. Allerdings musste ich erst einmal aus Franken weggehen, um mit ganzem Herzen zurückkehren zu können. Als ich nach einem turbulenten Jahr mit vielen Reisen und beruflichen Ausflügen nach Berlin und Hamburg wieder in der Onlineredaktion der Nürnberger Nachrichten zu arbeiten anfing, bewunderte ich morgens um sieben Uhr auf der Dachterrasse des Verlagsgebäudes die Stadt im sehr kitschigen Sonnenaufgangs-Rot. Da wurde mir dann klar, dass ich sehr, sehr gerne Nürnbergerin bin. Hier ist meine Familie, hier ist mein Nabel der Welt.

Was genau steckt hinter einem crossmedialen Volontariat und was hat dich daran gereizt?

Das Volontariat ist eine in der Regel zweijährige Ausbildung zum Redakteur, in der man unter anderem lernt, wie man Inhalte von der kurzen Nachricht bis hin zur umfangreicheren Reportage formschön verpackt. Und einfach gesagt, habe ich im crossmedialen Volontaraiat noch dazu gelernt, wie man welche Nachricht auf welchem Kanal am besten rüberbringen kann. Einen crossmedialen Volontär gab es bei der NN allerdings nur einmal – das war ich. Inzwischen ist jeder unserer Volontäre spätestens am Ende seiner Ausbildung fit in den sozialen Medien und weiß, wie er auch andere Ausgabekanäle als die Zeitung bedient. In der Ausbildung hat sich insgesamt in den letzten Jahren viel verändert: Drei Tage des Grundkurses laufen zum Beispiel inzwischen unter der Überschrift “Wir spinnen rum”. ( Über das Zeitungsvolontariat )

Die Tageszeitung ist ein Teil deines Volos – wie schätzt du ihre Zukunft ein/warum glaubst du, dass sie weiterhin wichtig ist oder immer unwichtiger wird?

Auch wenn unsere Auflage in den letzten Jahren gesunken ist, steigt unsere Reichweite, immer mehr Menschen lesen unsere Nachrichten. Der Wert einer Zeitung steckt nicht im Papier, sondern in den Inhalten, die sie anbietet. Ob unsere Geschichten und Recherchen nun in zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren noch auf Papier gedruckt werden oder nicht, spielt für mich keine Rolle und ich versuche dem nicht allzu viel Bedeutung beizumessen. Veränderungen gibt es immer und ich freue mich darauf, die Zukunft mitgestalten zu dürfen.

Was war das wichtigste, das du während deiner Ausbildung bei den NN gelernt hast?

Einfach mal still sein und zuhören. Ansonsten habe ich während meiner Ausbildung das Fotografieren gelernt und lieb gewonnen.

Welche Geschichte ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Mein erste Aufgabe bei der NN war es, mir ein Volo-Projekt auszudenken, das über die Jahre auch weitergeführt werden kann. Herausgekommen ist “Straßen-Weise” (www.strassen-weise.tumblr.com). Mit jeweils einem Porträtfoto und einem Zitat einer Person, die wir zufällig trafen, wollten wir einen Querschnitt schaffen, ein Abbild der Menschen in unserem Verbreitungsgebiet. In den letzten zwei Jahren habe ich mich für Straßen-Weise mit vielen Menschen unterhalten, die mir durch ihre ganz persönlichen Geschichten in Erinnerung geblieben sind. Am meisten hat mich jedoch ein älterer Herr berührt: Facebook-Straßenweise

Was willst du in Zukunft mit deinem Job erreichen/verändern?

In den letzten Monaten habe ich in Forchheim als Redakteurin gearbeitet. In naher Zukunft wird es dann wieder zurück nach Nürnberg gehen, wo ich an neuen Ideen für unseren Verlag tüfteln darf. Ich würde mich freuen, wenn ich dort dazu beitragen kann, dass Online-Journalismus mehr Wertschätzung erhält – auch in monetärer Hinsicht.

 

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