Irgendwas Soziales: Ina Wilutzky

Ich mach‘ später mal irgendwas Soziales. Ja, aber was? Das soziale Berufsfeld ist riesig, aber nicht gerade als Karriereleiter der Großverdiener schlechthin verschrien. Lehrer, Sozialpädagogen, Erzieher und Co – Schau fei interviewt in den nächsten Wochen für euch junge Forchheimerinnen und Forchheimer, die sich für einen sozialen Beruf entschieden haben. Sie erzählen, welche Möglichkeiten es gibt und warum es sich auch bei einer weniger guten Bezahlung lohnt, einen sozialen Beruf zu ergreifen. Denn Geld kann schließlich nicht alles sein!

Ina Wilutzky (24) aus Buckenhofen: sozialpädagogische Fachkraft bei der OBA (Offene Behinderten Arbeit) Forchheim

Für mich war eigentlich schon immer klar, dass ich später mit Menschen arbeiten möchte. Heute bin ich als sozialpädagogische Fachkraft bei der OBA in Forchheim angestellt. Dort bin ich vor allem für den Familienentlastenden Dienst zuständig, vermittle also Mitarbeiter zur Unterstützung im Alltag an Familien mit behinderten Kindern und Jugendlichen. Außerdem organisiere ich Projekte und Freizeitangebote für behinderte Menschen jeden Alters, zum Beispiel Tagesausflüge in die Fränkische oder ein gemeinsames Kaffetrinken. Obwohl ich eigentlich in die Frühförderung wollte, fühle ich mich in meinem jetzigen Job sehr wohl. Ich bin zwar viel im Büro und muss viel über das Telefon regeln, es ist aber trotzdem nicht die klassische Büroarbeit. Das besondere an meiner Arbeit ist, dass ich mit vielen, teilweise sehr harten Schicksalen konfrontiert werde, das verlangt mir einiges ab. Aber durch meine Arbeit kann ich da helfen, wo Hilfe benötigt wird, es ist eine sehr ehrliche Arbeit, bei der ich immer sofort Feedback zurückbekomme. Das weiß ich sehr zu schätzen und ist mir auch viel wichtiger als die Höhe meiner Entlohnung.

Vor meinem Berufseinstieg vor gut einem Jahr habe ich Soziale Arbeit auf Bachelor in Nürnberg studiert, mir war aber schnell klar, dass mich ein Master in diesem Bereich nicht weiter bringen wird. Gerade im sozialen Bereich sind oft nicht einmal die Fördergelder da, um Masterabsolventen einzustellen. Wenn ich ehrlich bin, muss ich auch zugeben, dass es zwar schon interessant war, die theoretischen Grundlagen in Pädagogik und Psychologie kennenzulernen, in meinem Job nützen mir diese aber eher wenig. Viel wichtiger ist die Praxiserfahrung, die ich gesammelt habe. Während meiner Schulzeit an der Fachoberschule in Ebermannstadt war ich zum Beispiel im Sattlertor-Kindergarten, im Lebenshilfe-Kindergarten und in der Heilpädagogischen Tagesstätte, danach habe ich noch ein FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) im Kindergarten der Lebenshilfe gemacht. Das hat mich in meiner Persönlichkeit geprägt und mir einige Erfahrungen gebracht, die ich in meinem Job heute gebrauchen kann. Zum Beispiel war es von Vorteil, dass ich die Strukturen der Lebenshilfe schon aus erster Hand kannte.

Ich würde jedem, der im sozialen Bereich arbeiten will, empfehlen, sich auch außerhalb des Studiums um praktische Erfahrung zu bemühen. Das ist es, was den Arbeitgeber überzeugt und was einen selbst am meisten weiterbringt.