Irgendwas Soziales: Eva Maria Rüther

Ich mach‘ später mal irgendwas Soziales. Ja, aber was? Das soziale Berufsfeld ist riesig, aber nicht gerade als Karriereleiter der Großverdiener schlechthin verschrieen. Lehrer, Sozialpädagogen, Erzieher und Co – Schau fei interviewt für euch junge Forchheimerinnen und Forchheimer, die sich für einen sozialen Beruf entschieden haben. Sie erzählen, welche Möglichkeiten es gibt und warum es sich auch bei einer weniger guten Bezahlung lohnt, einen sozialen Beruf zu ergreifen. Denn Geld kann schließlich nicht alles sein!

Eva Maria Rüther (18) aus Buckenhofen: Azubine zur Erzieherin

Eva, wusstest du schon immer, dass du Erzieherin werden willst?

Ja, zumindest wusste ich schon zu meiner Schulzeit in der Realschule, dass ich irgendetwas mit Kindern machen will. Ich habe mir dann entweder die Erziehungsausbildung ausgesucht oder Grundschullehramt und Ersteres ist es dann geworden. Ich habe diese Entscheidung nie bereut, vor allem weil ich nach der Ausbildung immer noch Lehramt studieren kann.

Die Ausbildung zur Erzieherin dauert ja fünf Jahre, zwei Jahre länger als die meisten anderen Ausbildungen. Findest du das gerechtfertigt?

Naja, die ersten zwei Jahre sind praktische Jahre. Ich habe das erste Jahr im Kindergarten in Buckenhofen gearbeitet und das zweite Jahr städtischen Kinderhort Sattlertor. Ich bin jetzt auch schon staatlich anerkannte Kinderpflegerin, aber da verdient man kaum etwas. Im Moment bin ich im dritten Ausbildungsjahr und habe ausschließlich Schule, ebenso wie im vierten Jahr. Ich finde, dass man diese zwei Jahre Schule in ein Jahr packen könnte. Da ist meiner Meinung nach einfach viel überflüssig. Im fünften Jahr muss ich nochmals ein praktisches Anerkennungsjahr machen. Nicht gerechtfertigt finde ich die Bezahlung während der Ausbildung: in den ersten beiden Jahren bekommt man lediglich um die 330 Euro, in den zwei Jahren Schule verdient man gar nichts. Das ist echt schwierig.

Denkst du, dass der Erzieherberuf zu wenig anerkannt wird?

Was die Bezahlung angeht, auf jeden Fall. Unser Beruf ist schließlich genauso wichtig wie alle anderen, eigentlich sogar noch wichtiger. Aber in meinem Umfeld bekomme ich sehr viele positive Reaktionen. Vor allem von Menschen, die auch viel mit Kindern zu tun haben, wissen meine Arbeit zu schätzen. Es kann schon ziemlich anstrengend werden zwischendurch.

Warum lohnt es sich für dich trotzdem?

Die Kinder geben mir einfach sehr viel zurück, auch wenn es ab und an nervig ist. Und die Kinder wissen und können einfach schon viel mehr, als wir ihnen oft zutrauen. Das erstaunt mich immer wieder.

Was hilft dir mehr für deinen späteren Beruf: Praxis oder die Theorie in der Schule?

Auf jeden Fall die praktischen Jahre. Ich habe da vor allem gelernt, geduldig zu sein und immer ein offenes Ohr für die Kinder zu haben. Klar, ist es auch sinnvoll ein wenig Verständnis für verschiedene pädagogische Theorien zu haben, aber wenn ich mit den Kindern direkt zu tun habe, lerne ich einfach viel mehr. Allein Schule ist einfach zu theoretisch.

Was hast du dir für deine Zukunft vorgenommen?

Ich mache im Moment mein Fachabitur und ich will auf jeden Fall die Ausbildung fertig machen. Danach überlege ich, Grundschullehramt zu studieren.

Hast du einen Tipp für junge Menschen, die auch in die soziale Richtung gehen wollen?

Ich denke, dass das wichtigste ist, so viel praktische Erfahrung zu sammeln, wie möglich, besonders wenn man sich noch nicht sicher ist, ob es der richtige Beruf für einen ist. Also: Praktika machen!