Gesund durchs Annafest

Natürlich wollen wir am Annafest ausgelassen abfeiern, Spaß haben und nicht an die Konsequenzen denken. Doch was tun, wenn doch etwas passiert? Ein verstauchter Knöchel, eine Maß zu viel – das ist schnell passiert! Zum Glück sind die Teams vom Forchheimer Roten Kreuz und ASB für uns vor Ort! Wir haben mit Michael Fees (34), Sanitäter beim Roten Kreuz gesprochen. Er ist für die technische Planung des Annafests zuständig – und das bereits seit neun Jahren.

Schau fei: Michael, die wichtigste Frage zuerst: Wo finde ich am schnellsten Hilfe, wenn mir am Annafest etwas zustößt oder anderweitig medizinische Versorgung gebraucht wird?
Michael Fees: Die erste Station ist unten bei der Festleitung – direkt am Fuß des Kellerbergs neben den WCs. Hier sind die Kollegen vom ASV seit vielen Jahren mit sechs bis acht Sanitätern vertreten. Die zweite Sanitätsstation ist im oberen Bereich, wo ehemals die Pony-Reitbahn stand. Dort haben wir zwei Container: einen für das medizinische Equipment wie Trage, EKG oder Inhaliergerät, und einen für die Infrastruktur. Auch dort sind wir an den Haupttagen und abends immer mindestens zu zehnt. Unsere ein bis zwei mobilen Trupps laufen regelmäßig über das Festgelände und halten die Augen offen.

Wie reagiere ich im Notfall am besten?
Bei einem Notfall kann man nichts falsch machen, außer gar nichts zu tun. Den Notarzt zu verständigen, ist schon viel getan! Toll ist es, wann man einen Bewusstlosen noch in die stabile Seitenlage bringen kann. Folgende Rufnummern sind wichtig: Festleitung 09191 702570, die Einsatzleitung 09191 7025 71 und natürlich der reguläre Notruf unter der 112. Die Leitstelle, mit der wir in engem Kontakt stehen, leitet den Notruf an uns weiter.

Wie setzt sich euer Team zusammen?
Unsere Teams bestehen überwiegend aus Sanitätern. Am ersten Freitag und Samstag sowie am Behördentag am Mittwoch ist außerdem ein Arzt vom Roten Kreuz dabei, am zweiten Wochenende einer vom ASB. Das Annafest ist ja zum Glück ein recht gemütliches Fest, da haben wir nicht an jedem Abend zehn Alkoholleichen, sondern maximal zwei bis fünf pro Woche. Die Leute sind viel in Bewegung und wandern von Keller zu Keller – das geht meist recht gesittet zu.

Michael Fees kümmert sich mit seinem Team vom Roten Kreuz und den Kollegen von ASB um die Gesundheit der Annafest-Besucher.

Sind auch Rettungswagen vor Ort?
Ja, am Abend sind zwei Rettungswagen dabei, einer vom ASB und einer vom Roten Kreuz. Zwischen 13 und 19 Uhr ist einer vor Ort, da wechseln wir uns ab.

Wieviele Patienten kommen am Annafest zu euch?
Pro Annafest sind es insgesamt zwischen 250 und 300 Einstätze – die Anzahl variiert natürlich je nach Tag und Wetter. Mal sind es mehr, mal weniger. Wir merken allerdings, dass die Anzahl am zweiten Wochenende steigt: Die Besucher haben wieder Gehalt bekommen und es sind dann auch mehr junge Patienten, die sich alkoholbedingt zum Beispiel bei einem Sturz verletzen.

Welche Verletzungen behandelt ihr am häufigsten?
Das Spektrum erstreckt sich von kleinen Blasen und Schnittwunden (überwiegend beim Personal) über verstauchte Knöchel und Brüche bis hin zu Schlaganfällen und Reanimationen. Die komplette Bandbreite also, auch was die Altersgruppen betrifft. Viele unterschätzen auch die Anstrengung, wenn man bei hohen Temperaturen den Kellerberg raufläuft. Das Annafest ist sehr viel friedlicher und familienfreundlicher als zum Beispiel die Bergkirchweih. Dort bekommt man schon eher Platzprobleme, wenn jemand ausrastet.

Wie reagierst du dann?
Es ist wie beim regulären Rettungsdienst auch: Du weißt nie, was kommt. Beim Annafest ist alles möglich, aber wir sind bestens vorbereitet. Manchmal landen auch verlorene Kinder bei uns.

Hast du Tipps, wie man fit und gesund durchs Annafest kommt?
Natürlich ist es von Vorteil, wenn man ein wenig sportlich ist. Ansonsten sollte man den Anstieg ganz gemütlich angehen. Außerdem natürlich gut stärken und vernünftig trinken, also auch mal ein Wasser zwischendurch. Der Körper ist von der Arbeit tagsüber angestrengt und verarbeitet das Bier nicht so gut, da kann man sich schnell verschätzen. Wir haben schon alle extremen Wetterlagen durchgemacht, deshalb mein wichtiger Tipp: Unterschätzt die Hitze nicht, auch wenn ihr im Wald unterwegs seid! Ansonsten: Genießt das Fest und passt aufeinander auf.